Doemens Neubau Gräfelfing

Neubau Verwaltungs- und Schulungsgebäude

Doemens Neubau Gräfelfing
Projekt:
Doemens Neubau Gräfelfing
Auftraggeber:
Doemens e.V. / Doemens Academy GmbH
Kunde:
Doemens e.V. / Doemens Academy GmbH
Land:
Deutschland
Bearbeitungszeit:
07/2017 bis 09/2021

Die Doemens Akademie, eine der renommiertesten Aus- und Weiterbildungsstätten in der Bier-, Getränke-und Lebensmittelindustrie, verzeichnet seit Jahren ein stetiges Wachstum. Im Zuge des Projektes „Doemens 2020“ ist eine neue Weiterbildungsakademie in Gräfelfing entstanden.
Der bisherige Standort wurde aufgelöst und ein Neubau auf einem Grundstück in Gräfelfing bei München mit einer Fläche von ca. 5.300 m² errichtet. Das Gebäude ist in die vier Nutzungseinheiten Brauerei, Mensa, Labore und Verwaltung/Schulung unterteilt.
Das Alleinstellungsmerkmal von Doemens, das Technikum mit den umfangreichen Brau- und Abfüllanlagen, soll jetzt auch nach außen sichtbar sein.

Rücker + Schindele wurde 2017 von der Doemens e.V. für den Neubau des Verwaltungs- und Schulungsgebäudes inklusive Tiefgarage mit der Planung der Anlagengruppen 1, 2, 3, 7 und 8 in den Leistungsphasen 1 bis 9 beauftragt. Die Aushubarbeiten haben Mitte Mai 2019 begonnen.

Folgende Anlagen wurden von Rücker + Schindele verantwortlich betreut:

  • Medienversorgung der Schulungsbrauerei mit CO², Druckluft, Kälte, Dampf und Osmosewasser
  • Zentrale Raumlufttechnik (RLT) für ca. 40.000 m³/h mit Wärmerückgewinnung, mehreren Filterstufen sowie Heiz- und Kühlfunktion
  • Sonderabluftsysteme für verschiedene Bereiche: Digestorien (S2-Labor), Kaffeerösterei, Mälzerei, Küche und Kantine
  • Heizung und Kühlung über Betonkernaktivierung
  • Grundwassernutzung als Wärme- und Kältequelle
  • Regenwasserversickerung über Kastenrigolen unterhalb der Tiefgarage
  • Abwasserneutralisationsanlage für Brauereiabfüllung und Labore

Heizung/Kühlung
Für die Heizungs- und Kälteversorgung wurde eine Grundwasserbrunnenanlage errichtet. Der Brunnen kann mit Hilfe einer Wärmepumpe im Winter zum Heizen und im Sommer über einen Wärmetauscher zur Kühlung des Gebäudes genutzt werden.
Zum Heizen und Kühlen des Gebäudes wird vorrangig eine sogenannte thermische Bauteilaktivierung („Betonkernaktivierung“) eingesetzt. Hierbei wird im Kernbereich der Geschossdecken ein wassergefülltes Schlauchsystem verlegt, das die Bauteile im Winter erwärmt und im Sommer kühlt. Hiermit kann die Heizungs- und Kühlungsgrundlast abgedeckt werden. Da es sehr lange dauert (Trägheit des Systems), bis sich die Decke aufheizt oder abkühlt, kann ein Beheizen oder Kühlen mittels Daten, die von einem Wetterserver bereitgestellt werden, vorausschauend erfolgen. Dies ermöglicht es, das Gebäude schon im Voraus auf die kommende Wettersituation (Heizen oder Kühlen) einzustellen. In Bereichen, in denen keine Betonkernaktivierung möglich ist, wurden Heiz-/Kühldecken oder eine Fußbodenheizung eingesetzt.

Lüftung
Es wurden drei große Lüftungsanlagen geplant. Zwei davon versorgen jeweils eine Gebäudehälfte und die dritte versorgt die Küche und den Mensabereich (ca. 250 Essen/Tag). Neben diesen Anlagen wurden noch diverse Kleinanlagen für Digestorien und Punktabsaugungen vorgesehen. Die Küche erhielt eine komplette Edelstahl-Lüftungsdecke, in die sowohl die Lüftung als auch die Beleuchtung integriert ist. Als Luftauslässe kamen im Gebäude Drallauslässe, Weitwurfdüsen und Textilschläuche zum Einsatz.

Sanitär
Im Gewerk Sanitär erhielt das Gebäude für die Brauereiabwässer (basisch) und die Laborabwässer (meist sauer) eine Abwasserneutralisationsanlage. Diese neutralisiert den PH-Wert des Abwassers durch Hinzugabe von Säure oder Lauge, bevor es in das städtische Abwassersystem eingeleitet wird. Außerdem wird in den Außenanlagen eine Fettabscheideranlage (NS4) in das Erdreich eingebracht.

Medien
Rücker + Schindele plante darüber hinaus diverse Medienversorgungen für den Betrieb der Brauerei wie Druckluft-, Kohlendioxid-, Reinigungsmittel-, Dampf-, Osmosewasser- und Glykolleitungen.
Die Labore (zum Teil Sicherheitsstufe S2) werden für Schulungszwecke und zur Forschung an Hefe genutzt. Grundsätzlich ist hier ein 8-facher Luftwechsel erforderlich. Des Weiteren wurden mehrere Kleinanlagen zur Reinstwassererzeugung bereitgestellt.

Besonderheiten/Randbedingungen:

  • Eine besondere Herausforderung ergab sich daraus, dass die moderne Technik mit den bestehenden Gerätschaften und den eingeführten Prozessen bei Doemens e.V. in Einklang gebracht werden musste.
  • Das Gebäude ist aufgrund des breiten Spektrums der Anlagentechnik sehr komplex.
  • Neben den konventionellen Medienleitungen wurden Versorgungsleitungen für Druckluft, Dampf, CO², Osmosewasser, Reinigungsmittel und Bier geplant.
  • Für das Projekt wurden Fördermittel durch die Regierung von Oberbayern bereitgestellt.

Foto: Doemens

Wir wollen die für Sie wichtigsten Informationen und Services bestmöglich bereitstellen. Um uns dies zu ermöglichen, benötigen wir Ihr Einverständnis, dass wir mit Hilfe des Web-Analyse-Tools „Matomo“ eine anonymisierte Auswertung Ihres Besuchs zu statistischen Zwecken erstellen und auswerten dürfen. Sie können Ihr Einverständnis jederzeit auf der Datenschutzseite ändern, andernfalls gilt es für zwölf Monate.