Neue U-Bahn-Linie U5 in Hamburg-Mitte

Planung der Technischen Ausrüstung

Neue U-Bahn-Linie U5 in Hamburg-Mitte
Projekt:
Neue U-Bahn-Linie U5 in Hamburg-Mitte
Auftraggeber:
Ingenieurgemeinschaft U5 Mitte (bestehend aus WTM / Schüssler-Plan / ISP)
Kunde:
Hamburger Hochbahn AG
Land:
Deutschland
Bearbeitungszeit:
von 09/2018 bis 05/2024

Das U-Bahn-Netz in Hamburg soll in den nächsten Jahren so erweitert werden, dass es auf Jahrzehnte die Stadt attraktiver und lebenswerter macht. Die Hamburger Hochbahn AG hat in Vertretung der Freien Hansestadt Hamburg die ersten Schritte zur Realisierung dieser wichtigen Infrastrukturmaßnahmen unternommen und die erforderlichen Ingenieurleistungen als Generalplanerleistung für die Leistungsphasen Grundlagenermittlung und erweiterte Vorplanung einschließlich besonderer Leistungen ausgeschrieben und an die eigens für dieses Projekt gegründete Ingenieurgemeinschaft U5 Mitte (IGU5M) vergeben. Rücker + Schindele verantwortet als Subunternehmer der IGU5M die Planung der Technischen Ausrüstung der U-Bahn-Linie.

Die U5 Mitte besteht aus den drei Abschnitten:

  • 1 - City Nord – St. Georg
  • 2 - St. Georg – Universität
  • 3 - Universität – Arenen

Anfang 2021 wurde ein weiterer Meilenstein in der laufenden Planung erreicht: Die Linienführung durch den am dichtesten bebauten Teil der Stadt – der Innenstadt (Abschnitt 2) – steht fest.  Auf dem innerstädtischen Streckenabschnitt erhält die U5 vier Haltestellen.
In St. Georg wird in unmittelbarer Nähe zur Asklepios-Klinik eine Haltestelle neu gebaut, am Hauptbahnhof Nord werden die bislang nicht in Betrieb genommenen Bestandsröhren für die künftige U5 genutzt.
Am Jungfernstieg wird eine neue Haltestelle unterhalb der Binnenalster und am Stephansplatz nordöstlich der heutigen U1-Haltestelle gebaut.
Gemeinsam mit dem Ostast – von der City Nord über Winterhude bis zur Innenstadt – und dem Westast – von der Innenstadt über die Universität Hamburg, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und den Siemersplatz bis zur Endhaltestelle – „An den Arenen“ steht damit die gesamte Wegführung der neuen Lebensader Hamburgs fest.

Mit der U5 erhalten aber nicht nur wichtige Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturstandorte sowie dicht besiedelte Wohnquartiere einen erstmaligen Anschluss an das Hamburger Schnellbahnnetz, darüber hinaus entsteht hier die modernste U-Bahn-Linie in Deutschland, die vollautomatisiert und – wie alle U- und S-Bahnen in Hamburg – mit 100 % Ökostrom betrieben wird.

Rücker + Schindele wurde bei diesem wichtigen Mobilitätsprojekt in Hamburg von der IGU5M als Subunternehmer mit der Planung der Technischen Ausstattung in den Leistungsphasen 1 und 2 für ca. 19 km Tunnel und 18 Haltestellen beauftragt. Der Planungsumfang schloss alle Anlagengruppen von 1 bis 8 ein. Die Hamburger Hochbahn AG setzt im Projekt U5 auf die Planungsmethode Building Information Modeling (BIM) inkl. den Dimensionen 4 und 5 D.

Im Rahmen der Grundlagenermittlung und Vorplanung durch die IGU5M mit Rücker + Schindele wurde die Vorzugstrasse für das Projekt U5-Mitte entwickelt und im weiteren Verlauf die IGU5M mit der Planung in den Leistungsphasen 3 bis 4 für den 1. Abschnitt zwischen City Nord bis Jarrestraße beauftragt. Der ca. 2,3 km lange Bauabschnitt verläuft im Planungsraum unterirdisch. Es wird innerhalb bestehender und gewachsener Stadtquartiere unter grundsätzlicher Aufrechterhaltung des Verkehrs gebaut werden.

Rücker + Schindele wurde Ende 2022 von der IGU5M in einem weiteren Auftrag mit der Planung der Technischen Ausstattung betraut. Die Leistungen von Rücker + Schindele beinhalten die Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die Ausstattung in der Tunneltrasse, die Notausstiege sowie die Kehr- und Abstellanlage mit Gleiswechselanlage.

Der Bau der neuen U-Bahn-Linie begann mit dem Ostabschnitt Ende 2021. Die Bauarbeiten für den weiteren Streckenverlauf in Richtung Hamburger Innenstadt erfolgen voraussichtlich ab Mitte der 2020er Jahre.

Folgende Anlagen werden von Rücker + Schindele verantwortlich betreut:
Die gesamte Infrastruktur der Technischen Gebäudeausrüstung für die Anlagengruppen 1, 3, 4, 5, 6, 7, 8 für die Haltestellen und die Tunnel sowie Notausstiege bestehend aus:

  • Abwasseranlagen, Wasseranlagen:

    • Trinkwasserversorgung mit Sanitäranlagen
    • Abwasserentsorgung mit Hebeanlagen
  • Lüftungsanlagen, Kälteanlagen:
    • Raumlufttechnik
    • Klimatisierung mit Regelungstechnik
  • Mittelspannungsanlagen, Niederspannungsschaltanlagen, Niederspannungsinstallationsanlagen:
    • Blitzschutz- und Erdungsanlagen
    • Unterwerke für Bahnstrom mit Trafos und Gleichrichter
    • Trafo für Eigenbedarf
    • Niederspannungsanlagen
    • Kabeltrassen
    • Elektroinstallation
  • Bahnstromtechnik 750V / Bahnstromkabel:
    • vollständige Energieversorgung im Haltestellen- und Tunnelbereich
    • gesamte Traktionsstromversorgung der U-Bahn-Fahrzeuge, bestehend aus Unterwerken und Stromschienenschaltanlagen und Bahnstromkabeln
  • Eigenstromversorgungsanlagen:
    • USV-Anlagen
    • Batterieanlagen
  • Beleuchtungsanlagen:
    • Allgemein- und Sicherheitsbeleuchtung
  • Blitzschutz- und Erdungsanlagen:
    • Erdung
    • Potenzialausgleich
  • Aufzugsanlagen, Fahrtreppen, Fahrsteige, Krananlagen
  • Fernmelde- und informationstechnische Anlagen:
    • Netzwerktechnik (passiv)
    • Ticketing-Systeme
    • Brandmeldetechnik
    • Zutrittsverwaltung
    • Zutrittsüberwachung infrastrukturseitiges System (Räume usw.)
    • Aktive Komponenten: Planung Einbindung der Zugangsswitche vorgesehen (Planung Primärswitche – Backbonenetz durch den AG).
  • Feuerlöschanlagen:
    • Trocken-Nass-Löschwasserversorgung mit Druckerhöhung
    • Sprinkleranlagen mit Druckerhöhung
    • Gaslöschanlage für Systemtechnik
    • Entrauchungsanlage
  • Verschlusseinrichtungen:
    • Rolltor zum Haltestellenabschluss
    • Schnittstelle zu GOA4 (autonomes Fahren)
  • Gebäudeautomationssysteme:
    • Automatisierungstechnik für TGA je Haltestelle ca. 250 Ports / 18 Haltestellen im 1. Teil (LP 1 bis LP 2)

 

Besonderheiten/Randbedingungen: Planung nach BOStrab (Straßenbahn-Bau- und Betriebsordnung).

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