Bundesministerium verlieh Zertifikat „Nachhaltiges Bauen“ in Silber

 

12.07.2018: Robotik und Mechatronik Zentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen feierte Auszeichnung für Nachhaltigkeit.

Bereits Anfang 2018 überreichte Dietmar Horn, Ministerialdirektor im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), anlässlich des DLR-Neujahrsempfangs 2018 das Zertifikat für „Nachhaltiges Bauen“ in Silber für das Robotik und Mechatronik-Zentrum in Oberpfaffenhofen (RMC).

Am 12.07.2018 wurde diese Auszeichnung mit den Lehrstuhlinhabern der beiden Institute, dem Bau- und Objektmanagement des DLR, der Landesbaudirektion, den Architekten und den TGA-Planern des RMC noch einmal mit der feierlichen Enthüllung der BNB-Plakette in Silber gewürdigt. Bei einem Rundgang konnten die Teilnehmer das Ergebnis der gemeinsamen Leistung noch einmal Revue passieren lassen und ein aktuelles Feedback der Nutzer einholen. Beim anschließenden RMC-Sommerfest, das alljährlich von den neuen Mitarbeitern der beiden Institute ausgerichtet wird, konnte der Abend in sehr angenehmem Ambiente ausklingen.

Rücker + Schindele war bei dem Neubau des hochmodernen Robotik und Mechatronik Zentrums, das 2015 fertiggestellt wurde, mit der Planung, Ausschreibung und Objektüberwachung der Heizungs-, Lüftungs-, Klima-, Kälte- und Sanitäranlagen sowie der nutzungsspezifischen Anlagen beauftragt. Die Aufgabe der Errichtung eines nachhaltigen Gebäudes mit minimalen Betriebskosten bei maximalem Nutzen für hochkomplexe und anspruchsvolle Forschungsaufgaben wurde mit innovativer Technik gelöst:
Die Außenluft-Vorheizung erfolgt bei den lufttechnischen Anlagen über einen großen, begehbaren Luft-Erdwärmetauscher. Die Wärme- und Kälteversorgung erfolgt, bedarfsorientiert, durch mehrere zentrale Komponenten. Neben einem Blockheizkraftwerk, das für die Bereitstellung der Wärme- und Elektro-Grundlast vorgesehen ist (Kraft-Wärme-Kopplung), deckt ein 500 m³ großer Latentwärmespeicher („Eisspeicher“) sowohl einen großen Teil des Heiz- als auch einen relevanten Anteil des Kühlenergiebedarfs. Im Latentwärmespeicher wird Abwärme aus verfahrenstechnischen Prozessen, der EDV und der mechanischen Kälteerzeugung gespeichert und schließlich über Wärmepumpen zur Beheizung nutzbar gemacht. Durch die Möglichkeit der (Teil-)Vereisung des Pufferinhaltes lässt sich auch Kühlenergie speichern und direkt für die Gebäudekühlung nutzen. Die damit verbundene Speicherung der Wärmeenergie des Phasenüberganges (Latentwärme) ermöglicht eine höhere Energiedichte, da gefühlte und latente Wärme für die Beheizung des Gebäudes genutzt werden können. Für dieses Projekt wurde ein ZBau-Verfahren durchgeführt.

Geplant und im Rahmen der Objektüberwachung betreut wurde das Forschungszentrum in Oberpfaffenhofen neben Rücker + Schindele von Birk, Heilmeyer und Frenzel Architekten. Die verschiedenen und zuvor örtlich getrennten Institute können seit der Fertigstellung unter einem Dach auf rund 8.000 Quadratmetern ihrer interdisziplinären Forschung in den Bereichen Verkehr, Luft- und Raumfahrt nachgehen. Das dreigeschossige Gebäude ist den Funktionen entsprechend zweigeteilt: ebenerdig befinden sich im wesentlichen Laborräume sowie ein Seminar- und Konferenztrakt, darüber Büros und Besprechungsräume. Um sie herum sind in den beiden Obergeschossen Einzel-, Doppel- und Viererbüros angeordnet, dazwischen liegen zahlreiche offen gestaltete Kommunikationsflächen, in denen sich die Wissenschaftler zum Gedankenaustausch treffen oder ihre Pausen verbringen können.
Die Fassade gliedert sich in einen Sockel und einen Aufbau, der optisch durch vier Meter hohe drehbare Vertikallamellen für den Sonnenschutz heraussticht. Dem Sonnenstand im Tagesverlauf folgend, erlauben diese nicht nur ein blendfreies Arbeiten, sondern erzeugen von außen ein sich je nach Tageszeit und Lichtverhältnissen wandelndes Erscheinungsbild.

Nutzerstimmen: „Wir haben wirklich ein sehr tolles Institutsgebäude und fühlen uns sehr wohl darin“, Dr. Gerhard Grunwald, DLR.

Auftraggeber: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
Land: Deutschland
Projektlaufzeit: 2011 bis 2016

Bildnachweis